| SIE, die Krisenpartnerin... |
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| Geschrieben von: Katia Backhaus | |||
| Freitag, den 06. Februar 2009 um 23:06 Uhr | |||
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Energie kommt gerade aus dem, wofür wir sie benötigen, sie schafft sich selbst. Wörter, Sätze, Bilder werden zum Brennstoff für den Geist. „Sie müssen brennen für ihr Fach“, forderte mein Professor im ersten Semester. Zu einem Feuer gehört aber nicht nur Holz, sondern vor allem ein Funke. Und der Wille, den Feuerstein auch zu schlagen. Sich auf den Stoff einzulassen, Funken sprühen zu sehen, und daraus mehr und mehr Feuer auflodern zu lassen – so wird die „Krise Prüfungsphase“ zum Feuerwerk des Geistes. Krise in der Weltwirtschaft. Funken, die mehr als ein Strohfeuer entzündet haben – plötzlich lodert es lichterloh, überall, greift über wie ein Flächenbrand. Und auf einmal sind da so viele Ideen, so viele Helfer, so viel Tatkraft. Bürokratische Umwege werden abgekürzt, Krisenmaßnahmen greifen, die Konjunktur wird im Paket gepusht, alles so schnell wie möglich. Was vorher im trägen Sumpf der politischen Dauerdiskussion versandete, springt jetzt leichtfüßig darüber hinweg auf den Boden der Realisierung. Es knistert nur so voller Energie auf den regierenden Etagen. Krise – und endlich geht was! Universitätsbibliothek Kiel, Samstag Abend, halb sieben: es ist voll. Der Lesesaal ist alles andere als träger Zeittotschlagungsort für Frustrierte. Hier geht auch was, hier knistert’s ganz schön laut. „Was denkst Du da, neben mir? Was liest Du, und was machst Du damit? Was lässt Dich nicht los, was ist Deine Erkenntnis? Sag’s mir, und wir verändern die Welt, jetzt, wo die Energie uns gepackt hat!“ Du stehst neben dir, deine Flamme lodert, im flackernden Schein siehst Du dich, wie Du dich sonst nicht kennst. Da steckt so viel drin, da ist noch so viel mehr – wenn Du es nur willst!
Sie bombardiert uns mit Ideen, läuft Amok in unseren Gedanken, lässt sich fokussieren auf ein Thema und feuert dann mit voller Kraft voraus. Sie ist nicht leicht im Umgang, man muss lernen, mit ihr umzugehen, aber sie ist unwiderstehlich. Manchmal brauchen wir eine Pause von ihr, sie ist verdammt anstrengend. Aber verdammt, wir lieben sie: unsere Energie. auch zu lesen auf www.efors.eu
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In Krisenzeiten wie jetzt, am Ende des Semesters, brauchen wir sie besonders: Klausuren, Hausarbeiten, Prüfungen fordern uns an die äußersten Grenzen. Kaffee, Cola, legaler und illegaler Stoff liefern uns den Ausgleich für die Erholung aus Schlaf, Sport und Freizeit. Aber wir wissen doch, warum wir es tun. Wir wissen doch, was wir kriegen können - wenn wir es nur wollen.
Krisen haben gerade Hochkonjunktur – große und kleine, weltweite und persönliche. Wie wir damit umgehen, das ist die Frage. Stress pusht die Hormone auf Höchststand – damit man bewältigen kann, was verlangt wird. Klar ist das ein Ausnahmezustand, immer geht das nicht. Aber dieser Zustand hat Suchtpotential. Deine Droge ist Information, ist das Wort, das Bild, der Gedanke – dein High bist Du selbst, was Du draus machst.